
im Monat Mai stehen Mütter im Mittelpunkt: zum einen die Gottesmutter Maria, zu der wir in diesen Tagen besonders beten, zum anderen die eigene Mutter oder Mutterschaft. Am zweiten Sonntag im Mai wird an Frauen gedacht, die Kinder zur Welt brachten. Gleich mehrere Industriezweige profitieren von diesem Ereignis – dem Muttertag. Und die Mutter? Wie sieht ihr Profit aus?
Mütter sind gefordert, wenn sie Familie und Berufstätigkeit gut vereinbaren müssen oder als alleinige Ernährerin das Überleben der Familie sichern. Ein großer Teil gehört zur Gruppe der Minijobberinnen, die nach oder während der Erziehungs- oder Pflegezeiten wieder erwerbstätig sein möchten, die als geringfügig Beschäftigte gering bezahlt werden und die dieser beruflichen Sackgasse entkommen möchten. Was ist ihr Lohn? Wie sieht ihre Zukunft aus?
Derzeit werden Mütter in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen: Mütter, die vor 1992 ihre Kinder zur Welt brachten, erhalten bei der Rentenberechnung einen Entgeltpunkt pro Kind, während Mütter für nach 1992 geborene Kinder drei Entgeltpunkte erhalten. Der Frauenbund wehrt sich gegen diese Form der Generationen-Ungerechtigkeit und startet deshalb am Muttertag eine Postkarten-Aktion als Fortsetzung der im vergangenen Jahr durchgeführten Unterschriften-Aktion. Bis zur Bundestagswahl haben Sie die Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten aufzufordern, ihre Hand auf’s Herz zu legen und sich für mehr Rentengerechtigkeit einzusetzen. Das wäre ein echter Muttertag, wenn die Lebensleistung von Müttern gleich bewertet würde und gerade die älteren von ihnen, die aufgrund der Kindererziehung die eigene Berufstätigkeit zurückstellten und ihren Männern den Rücken frei hielten, sich endlich weniger Sorgen um Altersarmut machen könnten.
Deshalb meine Bitte an Sie: Machen Sie in Ihren Familien, im Freundeskreis, in Kirche und Gemeinde auf diese Situation aufmerksam. Kommen Sie mit Kindern und Enkeln, Nichten und Neffen, politisch Verantwortlichen, Mitbürgerinnen und Mitbürgern ins Gespräch über Gerechtigkeit und demokratische Beteiligung zum Wohle der Menschen.
Herzlichst
Ihre
Dr. Maria Flachsbarth
Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes