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Das fordert der KDFB:

 

1. Deutschlandweit einheitliche Gesetze einzuführen, die Aufenthalt und Lebensunterhalt der Opfer regeln.

 

2Die Fachberatungsstellen und Schutzwohnungen ausreichend zu finanzieren.

 

3. Den Opfern kostenlose Sprachkurse zu finanzieren.

 

4. Die Opfer vor Abschiebung zu bewahren.

 

5. Kinder und Jugendliche besonders zu schützen.

 

Ware Frau

Es geschieht mitten in Deutschland: Junge Frauen werden auf brutale Weise gefügig gemacht und in die Prostitution gezwungen

Sie heißen Elena, Natalia oder Svetlana. Sie sind 16, 20, selten über 25 Jahre alt. Sie kommen aus Weißrussland, Bulgarien oder der Ukraine und sind bettelarm. Ihr größter Wunsch: in "Europa" zu arbeiten. Zu Hause sehen sie keine Zukunft.

Auch Elena, 20, hat den Weg in ein fremdes Land gewagt, aber sie hat nichts gewonnen, sondern alles verloren: ihr Selbstvertrauen, ihre Lebensfreude, ihre Hoffnungen. Als Kind verlassen von Vater und Mutter, wächst Elena bei den Großeltern in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands auf. Mit Petar will sie eine Familie gründen. Als sie ihr Kind zur Welt bringt, hat ihr der Freund bereits den Laufpass gegeben. Wie soll sie sich und die Kleine ernähren? Sie greift nach einem Strohhalm, meldet sich auf eine Anzeige, die Arbeit in Deutschland verspricht, lässt ihr kleines Kind bei den Großeltern, und reist nach Westen. In Hamburg wird sie von Landsleuten erwartet, die ihr den Pass abnehmen unter dem Vorwand, eine Arbeitserlaubnis zu besorgen. Sie wird sofort in ein Bordell gebracht. Dort wird ihr gesagt, sie habe keine Alternative zur Arbeit in der Prostitution, da sie illegal in Deutschland sei und wegen der Reisekosten Schulden beim Bordellbesitzer habe. Als sich Elena weigert, wird sie tagelang an Ketten gefesselt in den Keller gesperrt. Als der Bordellbesitzer droht, ihre Großeltern samt Kind zu ermorden, sieht Elena keinen anderen Ausweg, als zu tun, was von ihr erwartet wird. In der folgenden Zeit hat sie jede Nacht neun bis zehn Freier, manchmal kommen sie zu zweit.  -> Lesen Sie weiter 

 

Foto: Christof Mattes/Deepol 

Hintergrund

Hintergrund

Die UN schätzt, dass weltweit jedes Jahr 700.000 Mädchen und Frauen verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden - viele davon in Europa. Die Dunkelziffer ist sehr hoch.

Der Handel von Frauen in die Prostitution ist international organisiert und beschert dem organisierten Verbrechen zurzeit mehr Gewinn als der Drogen- oder Waffenhandel. Laut dem Aktionsbündnis Frauenhandel wird der Gewinn von Frauenhändlern allein in Europa auf sieben bis dreizehn Milliarden Dollar jährlich geschätzt

Circa 80 Prozent der Opfer des Menschenhandels in Deutschland stammen laut der Hilfsorganisation Solwodi inzwischen aus den mittel- und osteuropäischen Staaten.

Menschenhändler machen sich die soziale und wirtschaftliche Notlage von Migrantinnen sowie ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft in Deutschland zunutze, um diese mit falschen Versprechungen über Arbeitsmöglichkeiten anzuwerben.

Die Menschenhandelsorganisationen verfügen laut Solwodi über gute organisatorische Strukturen. Sie besorgen über Mittelsmänner Pässe, Visa, Reise- und Ausreisegenehmigungen. Die Frauen müssen ihre Papiere abgeben. Durch verschiedene Zwangs- und Druckmittel werden die Frauen gefügig gemacht und zur Prostitution gezwungen. Sie müssen den Freiern für alle Praktiken zur Verfügung stehen - häufig, ohne sich durch ein Kondom schützen zu können.

Meist werden den Frauen keine Kontakte nach draußen gestattet. Sie sprechen die Landessprache nicht und die Papiere wurden ihnen abgenommen. Das Geld wird ihnen ebenfalls abgenommen, angeblich um ihre "Schulden" für die Reise abzuarbeiten.

Nur selten wird Frauenhandel durch die Betroffenen oder Dritte angezeigt. Frauenhandel ist ein so genanntes Kontrolldelikt, das heißt, dass die Behörden regelmäßige Razzien in den Bordellen durchführen müssen, wenn der Verdacht der Zwangsprostitution besteht. 

 

 

So hilft der KDFB

So engagiert sich der KDFB

Der Frauenbund setzt sich seit Jahren für die Opfer von Zwangsprostitution ein

 

- Mitglied Aktionsbündnis: Der Frauenbund ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen  Frauenhandel, in dem sich rund 20 Organisationen und Verbänden vorwiegend aus dem kirchlichen Bereich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam gegen Zwangsprostitution aktiv zu werden.

 

 - Arbeitskreis: In der Diözese Regensburg hat sich ein Arbeitskreis Zwangsprostitution gebildet, der sich mit den aktuellen Entwicklungen im Fraeunhandel auseinandersetzt sowie Veranstaltungen und Aktionen zum Thema plant. Kontakt: Diözesanvorsitzende Elisabeth Popp, Tel. 0941/5972222 oder Tel. 09971/5597, E-Mail: fam.popp-cham@t-online.de

 

 - Postkartenaktion: Mit einer groß angelegten Postkartenaktion zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 machte der KDFB gemeinsam mit dem Europäischen Parlament und der Evangelischen Frauenarbeit in Bayern auf das Problem der Zwangsprostitution aufmerksam. "Schau genau - eine Frau" war auf den 240.000  Postkarten zu lesen, die in Kneipen verteilt wurden. Ziel war es potentielle Freier darauf hinzuweisen, dass sich viele Frauen im Rotlicht-Milieu keineswegs freiwillig prostituieren.

 

 - Unterstützung von Solwodi: Seit Jahren unterstützt der Frauenbund die Hilfsorganisation Solwodi. Auch in Spendenaktionen hat er für die Organisation von Ordensfrau Lea Ackermann, die sich für die Opfer von Frauenhandel einsetzt, Gelder gesammelt. 

 

 - Spendenaktion Renvoabis: Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Renovabis hat der Frauenbund eine Spendenaktion durchgeführt, um junge Frauen in Rumänien auf die Taktiken von Menschenhändlern rechtzeitig hinzuweisen Die Informationskampagne soll einen Beitrag dazu leisten, dass junge Frauen erst gar nicht in die Fänge von Menschenhändlern geraten.

 

 

Lea Ackermann

Lea Ackermann

Eine Ordensfrau kämpft gegen den Frauenhandel

Dem Engagement einer Ordensfrau ist es zu verdanken, dass das Thema Frauenhandel in den letzten Jahren stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Schwester Lea Ackermann von der Gemeinschaft der Weißen Schwestern kämpft seit Jahren gegen Zwangsprostitution.

Ihr Kampf gegen das Geschäft mit Mädchen und Frauen begann auf dem afrikanischen Kontinent: Von ihrer Ordensleitung wird sie nach Kenia entsandt, eigentlich um ReligionslehrerInnen ausbilden. Aber als sie mit dem Leid von Prostituierten konfrontiert wird, findet sie ihr Lebensthema. 1985 gründet sie die Hilfsorgansiation Solwodi (Solidarity for women in distress - Solidarität mit Frauen in Not). Seit 1987 gibt es Solwodi auch in Deutschland als Hilfsorganisation und Anlaufstelle für Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind.

Mittlerweile hilft Solwodi in Deutschland mit zwölf Beratungsstellen und sieben Schutzwohnungen für ausländische Frauen und Mädchen, die in Not geraten sind.

Solwodi bietet den Opfern von Frauenhandel eine umfassende psychosoziale Beratung und Betreuung, sichere Unterbringung, Vermittlung,  juristische und medizinische Hilfe sowie Unterstützung bei der Rückkehr in die Heimatländer.

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