Eine Legende besagt: "Als Gott seine - in sieben Tagen erschaffene - Welt betrachtete, stellte er fest, dass noch einiges übrig geblieben war: Vulkane, Urwälder, Wüsten, Fjorde, Flüsse und Eis. Er gab den Engeln den Auftrag, all das hinter einem langen Gebirge aufzuschütten - den Anden. So entstand Chile, das vielfältigste Land der Erde."
Tatsächlich bietet Chile eine dramatische Landschaftskulisse mit über 6.000 Meter hohen Bergen und sechs Klimazonen - von der Atacama, der trockensten Wüste der Welt, und Vulkanen im Norden, über fruchtbares Land und Regenwälder in Zentralchile bis zu norwegisch anmutenden Fjorden im Süden und Gletschern in Patagonien. Die Republik erstreckt sich mit einer durchschnittlichen Breite von nur 200 Kilometern über eine Länge von 4.300 Kilometern bis in den tiefen Süden des südamerikanischen Kontinents.
Übersetzt heißt Chile "am Ende der Welt". Die Schriftstellerin Isabel Allende nannte ihre Heimat einmal das "spannelange Land". Die Maße von Chile auf die Nordhalbkugel übertragen würden von Kairo bis zum Nordkap reichen.
Das Land ist reich an Rohstoffen wie Kupfer und Salpeter. Es gilt als weltgrößter Kupfer-Exporteur. Zentralchile ist landwirtschaftlich geprägt, es werden vor allem Früchte und Wein angebaut, an der Küste wird Fischfang betrieben, im Süden Forstwirtschaft. Zwei Drittel der 17 Millionen Chilenen sind sogenannte Mestizen mit spanischen-indigenen Vorfahren, 20 Prozent bezeichnen sich als „Weiße“ mit europäischer Herkunft und knapp fünf Prozent sind Indigene. Dabei stellen die Mapuche mit 600.000 die größte Gruppe. Die Aymará zählen 100.000 und die Rapanui etwa 4.000 Menschen, die auf der Osterinsel und dem Festland leben. Amtssprache ist Spanisch, daneben gibt es indigene Sprachen. 70 Prozent der Chilenen sind katholisch, 15,1 Prozent evangelisch, 8,3 Prozent religionsfrei.